Deutsche
Dekubitus-
Liga e.V.

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    Das Problem "Dekubitus"

    Die Zahl der Patienten, die einen Dekubitus entwickeln, wird sowohl im Kindesalter als auch bei Erwachsenen weiterhin zunehmen. Ursache ist die Schwere der Krankheitsbilder, die mit Immobilität und Sensibilitätsstörungen einhergehen und aufgrund der demographischen Entwicklung zunimmt. Wer aufgrund einer Sensibilitätsstörung Druck nicht empfindet, kann ihm auch nicht ausweichen, selbst wenn er mobil ist. Daher besteht die Herausforderung Dekubitus darin, ihn zu vermeiden, und wenn doch eingetreten, ihn effektiv und nachhaltig zu bessern und zu heilen. Denn trotz medizinischer und pflegerischer Erkenntnisse und vieler statistischer Daten über die Ursachen und Zusammenhänge bei der Entstehung eines Dekubitus und trotz technologischer Weiterentwicklung von Hilfsmitteln und zunehmender Professionalisierung der Pflege ist die Situation in der Versorgungspraxis noch immer mangelhaft.

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    Ursachen

    Ursächlich für Dekubitus ist an erster Stelle die Immobilität, weil der Betroffene externem Druck nicht ausweichen kann. Externer Druck führt zur trophischen Schädigung des Gewebes. Das heißt: Das Gewebe wird aufgrund nicht ausreichender Durchblutung (Ischämie) unzureichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Hinzu treten korrespondierende Faktoren wie gestörte Gewebetoleranz, Hautzustand (nicht zu verwechseln mit Hauttyp, z.B. trocken, fett, schuppig), Ernährung, Schmerz und eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit, auch wenn diesen Faktoren isoliert betrachtet keine Dekubitusrelevanz zugeschrieben werden kann.

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    Epidemiologie

    In Deutschland leiden Schätzungen zu Folge ca. 750 Tausend bis 1,5 Millionen Menschen an einem Dekubitus. Ein substantieller Teil der Patienten entwickelt einen Dekubitus während des Krankenhausaufenthalts. So liegt in Kliniken die Dekubitusprävalenz bei ca. 15 %; in der häuslichen Umgebung wird Schätzungen zufolge eine Dekubitusprävalenz von 20 % erreicht. Da im Krankenhaus die Heilung eines Dekubitus oft nicht abgewartet werden kann, entstehen die Folgekosten in der ambulanten Weiterbetreuung. 

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    Pathophysiologie

    Ein Dekubitus entsteht durch das Zusammenwirken von mindestens zwei Faktoren, nämlich durch das Produkt von Druck und Zeit. Der Schaden tritt ein, wenn entweder der Druck auf das Gewebe zu hoch ist, so dass er sowohl die arterielle Blutzufuhr als auch den venösen Blutabfluss unterbricht, oder die Zeiten der Druckbelastung zu lang und die Entlastungsphasen zu kurz sind. Deshalb können erste Schädigungen des Hautgewebes schon nach kurzer Zeit auftreten, wobei bei besonderen Hochrisikopatienten die Toleranzzeit wesentlich kürzer ist.

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