Deutsche
Dekubitus-
Liga e.V.

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    Lösungsmöglichkeiten

    An vorderster Stelle der Risikominimierung stehen Lagerungs- und Pflegetechniken, die gegebenenfalls mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus unterstützt werden müssen. Mit Aktualisierung des Nationalen Expertenstandards Dekubitusprophylaxe in der Pflege im Februar 2011 wird zwischen druckverteilenden Maßnahmen und druckentlastenden Maßnahmen unterschieden. Diese Unterscheidung konnte im Leitfaden der Deutschen Dekubitusliga aus dem Jahre 2009 noch nicht berücksichtigt werden. Sie ergibt sich jedoch aus den Zusammenhängen und der entsprechend durchgeführten Aktualisierung.

    Hilfsmittel gegen Dekubitus

    Diese Sitz- und Liegehilfen basieren auf unterschiedlichen Arbeitsprinzipien wie z.B. der Weichlagerung in Form von Schaumstoffprodukten oder der intermittierenden Entlastung wie bei Wechseldrucksystemen. Aber auch Hilfsmittel zur dynamischen Umlagerung und (intermittierenden) Freilagerung sowie zur Förderung der Körperwahrnehmung kommen zum Einsatz.. Die Hilfsmittel, aber auch alle Lagerungs- und Pflegemaßnahmen müssen immer für jeden Patienten individuell bestimmt werden. Eine pauschale Lösung, etwa auf Basis von Dekubitusgraden oder nach festen Punktwerten verschiedener Assessments ist nicht möglich und führt unweigerlich zur Fehlbehandlung. Eine Entscheidungshilfe, welche Hilfsmittel im Einzelfall zum Einsatz kommen können, bieten spezielle Erhebungsbögen, die Einsatzgebiete und auch Kontraindikationen aufzeigen.

    → Dekubitusversorgung im außerklinischen Bereich, Leistungsanspruch der Versicherten der GKV
    → Weitere Informationen

    Lagerungstechniken

    Fest steht: Kein Hilfsmittel kann Bewegung oder Lagerungswechsel ersetzen, so dass auch bei einem Einsatz von Hilfsmitteln immer auch manuell bewegt, gelagert bzw. positioniert werden muss. Lagerungstechniken sind druckentlastende Pflegemaßnahmen, weil durch die Positionswechsel jeweils die zuvor belastete Körperstelle von externem Druck entlastet wird. Maßgebend für die anzuwendenden Techniken sind Allgemeinzustand des Patienten, Grunderkrankung und die vorliegende Funktionsstörung. Alle Maßnahmen dürfen keinesfalls isoliert durchgeführt werden, sondern müssen immer mit ausreichender Bewegung verbunden sein. Insofern ist im aktualisierten Expertenstandard Dekubitusprophylaxe auch von gewebeschonenden Bewegungstechniken die Rede. 

    → Weitere Informationen

    Limitierungen/Grenzen

    Hilfsmittel aber auch Pflegemaßnahmen haben immer Limitierungen und Grenzen. Diese müssen strikt beachtet werden. Wundermittel gibt es auch in der Dekubitusbehandlung nicht. Werbeaussagen und vollmundige Wirkversprechen sind daher stets zu hinterfragen. Alle Maßnahmen und Wirkversprechen sollten auf Studien zurückgeführt werden können. Alles andere ist als Voodoo abzulehnen. Dies gilt es auch für Kostenträger zu erkennen und die begrenzten finanziellen Ressourcen gezielt und sinnvoll einzusetzen und nicht pauschal auf Basis von Dekubitusgraden zu verteilen.